Johannes Seitz

Johannes Seitz (1839 - 1922) war ein Mann des Glaubens und des Gebets. Seine kraftvollen Andachten zeugen davon, was Gott aus einem Mann machen kann, dessen tägliche Speise das Wort ist und der es gelernt hat, dieses auch auszuleben. Sein Vater erlebte unter dem geistesmächtigen Wirken von Pfarrer Blumhard in Möttlingen eine tiefe Bekehrung, die auch dazu führte, daß die ganze Familie den Herrn Jesus als den Heiland und Herrn annahm. Als Seitz in jungen Jahren an Knochenfraß erkrankte, wollten die Äzte Hand und Arm abnehmen, um das Leben des jungen Mannes zu retten. In dieser Zeit schrie er in seiner Angst zu Gott um dessen Erbarmen: "Lieber Gott, wenn du mich vor dem Schicksal bewahrst, mein Leben lang als Krüppel in der Welt herumlaufen zu müssen, so soll mein Leben mit allem, was ich bin und habe, Dir gehören; ich will mit allem, was Sünde heißt, gänzlich brechen, Du sollst mit mir machen was du willst." Ein Kolporteur, der am folgenden Tag mit Seitz zusammenkam ermutigte ihn, für seine Heilung Gott ganz zu vertrauen und nach Ablauf eines halben Jahres waren Hand und Arm wiederhergestellt. Diese Glaubenserfahrungen in jungen Jahren sind auch den Andachten abzuspüren, die immer wieder ermutigen, sich seinem Gott doch ganz hinzugeben und zu überlassen und ganz zu brechen mit dem, was Sünde heißt und ist. Diese Entschiedenheit seiner Verkündigung war es auch, die zur Errettung und Heilung Unzähliger in Preusisch Bahnau und später im Erholungsheim Teichwolframsdorf bei Werdau in Sachsen führte, denn Gott konnte die Botschaft vom Kreuz bestätigen wie zur Zeit der Apostel.




Henriette von Seckendorff-Gutend

Henriette von Seckendorff (1819 - 1879) stand mit am Anfang der Heilungsbewegung des 19. Jahrhunderts. Geprägt war sie unter anderem durch das Wirken von Johann Christoph Blumhardt dem Älteren, der selbst auf Glaubensgebet hin, Erfahrungen mit Heilungswundern durch den auferstandenen Herrn Jesus machte. Durch Besuche seiner Erweckungsversammlungen in Möttlingen wurde Henriette von Seckendorff angeregt, ihrerseits das Gebet um Heilung zu praktizieren. Wichtig war auch die Verbindung zu Dorothea Trudel in Männedorf, wo Sr. Seckendorff Weisung und Rat für ihren eigenen Dienst empfing. In Stuttgart besuchte sie das Bürgerspital und betete dort unter Handauflegung für die Kranken. Heilungen folgten, die für einen großen Zulauf und der Bitte nach seelsorgerlichen Gesprächen führten. Trotz Anfeindungen und Verleumdungen durch die Volkskirche hielt der Zulauf an und führte in der Folge zum Bau der neuen „Villa Seckendorff“ in Cannstatt in der viele Leidende Rat und Hilfe durch seelsorgerliche Betreuung und körperliche Heilung empfingen. Henriette von Seckendorff wurde am 25. Juni 1878 vom Herrn heimgerufen.




Dorothea Trudel

Dorothea Trudel (1813 - 1862) wirkte in Männedorf am Zürichsee in der Schweiz. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Hombrechtikon auf, wurde aber frühzeitig durch die starke Frömmigkeit ihrer Mutter und den Großeltern geprägt. Sie bekehrte sich im Alter von 18 Jahren und besuchte zunächst die Versammlungen der Brüdergemeine in Männedorf. Als Mitarbeiter der Fabrik ihres Onkels schwer erkrankten und Sr. Trudel diese pflegte, wagte sie es erstmals den kranken Arbeitern die Hände aufzulegen und entsprechend Jakobus 5, 14.15 für sie zu beten. Alle wurden geheilt. Bei einem Aufenthalt in Schaffhausen kam sie auch mit Leuten aus dem Umfeld J.Ch. Blumharadt’s d. Ä. in Berührung, welche sie ermutigten, mit der Gabe der Heilung den Mitmenschen zu dienen. Gegründet war der Dienst von Sr. Trudel jedoch nicht auf dieser Gabe, sondern dem Wort Gottes, das den maßgeblichen Raum der Seelenpflege einnahm. Andachten und Gebetsversammlungen wurden mehrmals am Tag in dem schlichten Haus in Männedorf gehalten, das in den Anfängen nur mit einem bestreuten Sandboden ausgestattet war. Ihre Nüchternheit trotz kindlichem Vertrauen in Gott, die Herzenskenntnis des sündigen Menschen und ein weites Wissen der Heiligen Schrift zogen zu damaligen Zeiten Heilungssuchende aus aller Welt an, die vielfach die Gnadenerweise Gottes und die Kraft des Blutes Jesu erfahren durften.




Schwester Emilie

Sr. Emilie - nach bürgerlichem Namen Emilie Schläpfer - war Mitarbeiterin von Otto Stockmayer auf Schloß Hauptwil in der Schweiz. Sie war betraut mit Wortverkündigung und Seelsorge. Überliefert sind Andachten, die von einer Freundin im Anschluss an die Verkünigung aus dem Gedächtnis niedergeschrieben wurden. Obleich sie nicht aus 1. Hand stammen, zeugen sie doch von der Vollmacht und Kraft des gesprochenen Wortes der Mitarbeiterin Stockmayer's und Dienerin Christi.
Überliefert sind unseres Wissens nur zwei Bändchen mit Andachten: 1) Durch Sterben los, vom eigenen Wesen los und 2) Nachgeschriebene Hausandachten. Obgleich es an Menge nicht viel ist, was uns, den nachfolgenden Generationen erhalten blieb, so ist es doch feste Speise und wahres Himmelsmanna auf dem Weg zur oberen Heimat. Mögen auch diese Andachten zur Erbauung des Leibes Christi dienen und dieser Mutter in Christus - obgleich sie das Ziel bereits erreicht hat - noch ewige Frucht zukommen lassen.




Otto Stockmayer

Pfarrer Otto Stockmayer (1835 - 1917) mag dem einen oder anderen Besucher dieser Seite nicht bekannt sein. Er war einer der führenden Brüder der Heiligungsbewegung des ausgehenden 19. Jahrhunderts in Deutschland und der Schweiz. Mit Kontakten u.a. nach Männedorf am Zürichsee (Dorothea Trudel / Samuel Zeller), Villa Seckendorff in Cannstatt (Henriette von Seckendorff-Gutend) und dem Erholungsheim Teichwolframsdorf nahe Chemnitz in Sachsen (Johannes Seitz) diente er selbst hauptsächlich im Seelsorgeheim Schloß Hauptwil in der Schweiz. Die geistliche Tiefe seiner Andachten, die fürwahr feste Speise für hungerde Pilger zur oberen Heimat sind, sind auch uns in unserem kleinen Kreis zum großen Segen geworden. Daraus entstand das Bedürfnis, diese Auslegungen interessierten Brüdern und Schwestern zugänglich zu machen, da selbige Andachten nur noch vereinzelt in Antiquariaten aufzufinden sind. Wir haben deshalb im Rahmen unserer eigenen Andachtszeiten Aufnahmen der Lesungen gefertigt, die wir hier einem größeren Kreise zugänglich machen wollen. Der geneigte Hörer möge drüber hinwegsehen, daß ein Teil der Tiefe und Kraft der Worte Stockmayers bei unseren Lesungen nicht weitergegeben werden kann. Für die ohnehin teilweise schlechte Aufnahmequalität bitten wir zusätzlich um Nachsicht. Doch hoffen wir, daß Gott auch diese Handreichung gebraucht, um seinen Kindern hier und da Särkung und Ermutigung zukommen zu lassen.